Nichts geht im Tunnel über Sicherheit!

Nichts geht im Tunnelbau über Sicherheit. So haben die Konstrukteure des Herrentunnels diesem Thema natürlich größte Sorgfalt gewidmet und ein sehr umfangreiches Sicherheitspaket geschnürt. Wir haben Ihnen hier einige der wichtigsten Bestandteile zur Sicherheit am und im Herrentunnel aufgelistet und kurz erklärt.

Durch seine moderne Ausstattung gehört der Herrentunnel Lübeck zu den sichersten Straßentunneln Europas. Neben all den Sicherheitseinrichtungen, die auch für den sehr unwahrscheinlichen Notfall vorgehalten werden, ist ein Straßentunnel nur so sicher wie das Verhalten seiner Nutzer. Vor allem Sie als Autofahrer können mit angepasster Fahrweise und gegenseitiger Rücksichtnahme aktiv für einen sicheren Herrentunnel sorgen. Wir wünschen Ihnen allzeit gute Fahrt!

Leitwarte - alles im Blick und allzeit bereit

Die Leitwarte des Herrentunnels ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzt. Hier laufen alle Meldungen und Informationen der technischen Einrichtungen und Anlagen des Herrentunnels zusammen. Unsere Schichtleiter haben von hier den bestmöglichen Überblick. Mit den modernen Anlagen gibt es jederzeit die Möglichkeit, den Nutzern des Herrentunnels, ob an der Mautstation oder im Tunnel selbst, zu helfen. Von hier können im Bedarfsfall die gesamte Technik gesteuert und Hilfsmaßnahmen koordiniert werden.

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Wechselverkehrszeichen - erst so, dann so - aber immer richtig!

Die Wechselverkehrszeichen an den Tunneleingängen und in den Röhren zeigen durch rote Kreuze oder grüne Pfeile an, ob die jeweilige Spur gesperrt oder frei befahrbar ist. Insgesamt gibt es je Tunnelröhre sechs dieser Wechselverkehrszeichen. Teilweise werden diese Zeichen durch Anlagen ergänzt, die Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Warnhinweise zeigen.

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Lichtsignalanlagen - grüne Welle

Die Lichtsignalanlagen sind Ampeln im klassischen Sinne. Zusätzlich zu den Wechselverkehrszeichen zeigen sie an den Portalen an, ob die jeweilige Tunnelröhre frei befahrbar oder komplett gesperrt ist.

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Notrufnische - schnelle Hilfe garantiert

In jeder Tunnelröhre gibt es fünf Notrufnischen. Zusätzlich gibt es an jedem Ein- und Ausgang der Röhre eine zusätzliche Notrufnische. Dort können Sie über eine Sprechverbindung zur Leitwarte Notrufe absetzen und über einen Handmelder Feueralarm auslösen. Außerdem finden Sie dort jeweils zwei Feuerlöscher, mit denen Sie, wenn möglich, kleinere Brände selbst schnell löschen können.

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Videokameras - immer bei der Sache

Insgesamt gibt es an der Tunnelanlage 28 Kameras zur lückenlosen Tunnelüberwachung. Davon befinden sich 17 in den Tunnelröhren. Diese Kameras sind ereignisorientiert. Das heißt, wenn eine der Sicherheits-Anlagen ein Ereignis im Sichtfeld einer Kamera erkennt, wird deren Bild direkt mit einer Warnung auf die Monitore in der Leitwarte durchgeschaltet. Auch wenn eine der Notrufnischen geöffnet wird, wird per Kamera sofort Sichtkontakt hergestellt. In den Fluchtröhren  befinden sich je zwei Kameras. Insgesamt überwachen sieben Kameras die Portalbereiche der Tunnelröhren, drei davon sind schwenkbar. Die Bilder aller Kameras sind rund um die Uhr von der Leitwarte abrufbar.

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Brandnotleuchten - weisen den Weg

Jeweils an den linken Wänden der Tunnelröhre finden sich alle 25 m die Brandnotleuchten. Diese weisen im Notfall den kürzesten Weg entweder zu den Portalen oder den Fluchttunneln. Sie leuchten dauerhaft und im Brandfall werden Zusatzleuchten aktiviert.

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Aktive Leiteinrichtung - immer den Lichtern nach

Alle 12 m in den Einfahrtsbereichen und alle 25 m im restlichen Tunnel markieren weiße LED-Leuchten aktiv den rechten Fahrbahnrand und sorgen so für eine deutliche visuelle Führung des Autofahrers

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Lautsprecher - einer muss das Sagen haben

Auf der gesamten Tunnellänge befinden sich Lautsprecher. Damit können im Notfall Informationen und Anweisungen aus der Leitwarte an die Personen im Tunnel durchgegeben werden.

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Adaptionsbeleuchtung - Licht im Tunnel

Damit sich das menschliche Auge bei der Tunneleinfahrt besser an den dunkleren Bereich im Tunnel gewöhnen kann, ist auf einer Länge von 185 m eine Adaptionsbeleuchtung installiert. Diese Art der Beleuchtung verringert sich in insgesamt acht Helligkeitsstufen von bis zu 100% an den Eingängen bis auf 35%  nach 185 m Fahrtstrecke. Die Stärke dieser Beleuchtung orientiert sich dabei über Sensoren an der Tageslichtsituation außerhalb des Tunnels.

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Nebelmessanlage - Durchblick behalten

Durch die einfahrenden Fahrzeuge kann, im wahrsten Sinne des Wortes, Nebel in den Tunnel geschoben werden (Kolbenwirkung). Die Nebelmessanlagen, von denen es zwei Stück pro Röhre und jeweils eine vor den Tunneleinfahrten gibt, erkennen dies. Eine Frühwarnung geht an die Leitwarte und ein automatisiertes Lüftungsprogramm kann dem Effekt entgegen wirken.

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Sichttrübenmessung - strenges Rauchverbot

Je Tunnelröhre gibt es fünf Anlagen zur Messung der Sichttrübe. Diese Geräte erkennen frühzeitig übermäßige Rauch- und Rußentwicklung und melden diese an die Leitwarte. Ab einem bestimmten Grenzwert starten automatisch die Lüfterprogramme.

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Lüfter - ein frisches Lüftchen

Bei unseren Lüftern handelt es sich um leistungsstarke Strahlventilatoren, die in beide Richtungen arbeiten können. In beiden Röhren befinden sich jeweils zwölf Lüfter. Zusammengerechnet hat unsere Lüftungsanlage eine Leistung von 720 kW. Im Brandfall sorgen die Lüfter für eine schnelle Entrauchung und im Normalbetrieb können Sie zusätzlich der Belüftung dienen. Im Brandfall erzeugen die Lüfter einen Überdruck in der brandfreien Röhre. So bleiben die Fluchttunnel und die brandfreie Röhre selbst rauchfrei. Der Rauch in der betroffenen Röhre wird durch die Lüfter in Fahrtrichtung ausgeblasen.

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Funkanlage - ständig verbunden

Die Funkanlage sorgt dafür, dass die Funkgeräte von Feuerwehr, Polizei und Betriebsfunk auch im Tunnel funktionieren. Zusätzlich wird darüber das Radio-Programm eines Senders mit Verkehrsfunk (NDR2) übertragen. Im Notfall kann über diese Frequenz von der Leitwarte eingesprochen werden. Somit erreichen wichtige Informationen direkt über das Radio die Autofahrer, die sich gerade im Tunnel befinden. Diese Art von Sende-Antenne zieht sich als Kabel durch die gesamte Tunnelanlage. Über zusätzliche Antennen bleiben alle Handy-Netze empfangsbereit.

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Fluchttunnel - ein Tunnel ist selten allein

Die Fluchttunnel sind Durchgänge, die beide Tunnelröhren miteinander verbinden. Im Notfall werden beide Tunnelröhren für den nachfolgenden Verkehr gesperrt. Die Flucht in und über den gegenüberliegenden Tunnel ist dann gefahrlos möglich. Jedes Öffnen der Türen wird ebenfalls an die Leitwarte gemeldet und von Kameras überwacht.

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CO-Messgeräte - dicke Luft ausgeschlossen

An dem tiefsten Punkten des Tunnels gibt es je ein CO-Messgerät. Diese Anlage meldet die Kohlenmonoxid-Konzentration der Luft im Tunnel an die Leitwarte. Nach einer Frühwarnung kann ein automatisiertes Lüftungsprogramm der weiteren CO-Konzentration im Tunnel vorbeugen und Frischluft von außen zuführen.

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Hebewerk - schluckt was weg

An den tiefsten Punkten der Tunnelröhren gibt es je eine Pumpstation, ein sogenanntes Hebewerk. Jede dieser Stationen kann bis zu 80l Restwasser pro Röhre und Sekunde aus dem Tunnel pumpen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Regenwasser, dass auf der Fahrbahn zum Tiefpunkt der Röhre läuft. Von den Freiflächen kann ebenfalls Wasser in den Tunnel laufen. Deshalb gibt es an den Portalen ebenfalls zwei Pumpstationen, die sogar bis zu 100l Wasser pro Sekunde abpumpen können.

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Linienbrandmeldeanlage - "riecht" den Braten

An den Decken beider Röhren zieht sich über die gesamte Länge des Tunnels eine Linienbrandmeldeanlage. Diese reagiert auf Temperaturunterschiede und kann Brandherde auf den Meter genau lokalisieren. Erfolgt eine Brandmeldung, wird diese direkt an die Feuerwehr durchgeschaltet, wo dann ein spezieller Alarmplan für den Herrentunnel ausgelöst wird. Außerdem wird die Leitwarte informiert, die Einfahrten werden für nachfolgenden Verkehr gesperrt und automatisierte Lüfterprogramme sorgen für eine Entrauchung des Tunnels.

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Tunnelwartung - immer und immer wieder

Die besten Sicherheitseinrichtungen wären nutzlos, wenn ihre Funktion und ihr Zustand nicht regelmäßig geprüft würden. Wir haben dafür ein eigenes Technik-Team, das mit Spezialisten und Fachunternehmen ständig für die Verlässlichkeit der Systeme sorgt. Alle sechs Monate findet deshalb eine Wartungswoche statt, in der während der Nachtstunden ein umfangreicher Technik-Check bewerkstelligt wird. In diesem Zeitraum wird auch eine Generalreinigung des Tunnels durchgeführt. Zwischen den Wartungswochen werden die Sicherheitseinrichtungen ebenfalls regelmäßig geprüft und im Bedarfsfall gereinigt, repariert oder ausgetauscht. In vorgeschriebenen Abständen wird darüber hinaus das grundlegende Tunnelbauwerk nach DIN1076 geprüft und bewertet.

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